Das Böse in mir


Mein Name ist John Bishop und ich bin 42 Jahre. Ich weiß, dass ich nicht mehr allzu lange leben werde, deshalb schreibe ich diese Zeilen. Sie sollen wissen wie es wirklich war, denn meine Aussage habe ich ja bisher noch nicht machen können und so wie es aussieht wird es auch nicht mehr dazu kommen.


Lange Zeit konnte ich mich beherrschen und meinen Trieben nicht nachgeben, bis ich vor 10 Jahren Lizzi kennenlernte. Sie war das schönste Mädchen, das ich je gesehen hatte und so zutraulich, dass ich das Alter zum ersten Mal vergaß. Ja ich weiß, dass das nicht richtig ist, dass ich krank bin und dass es keine Entschuldigungen gibt und dennoch kam ich damit durch. Das gab mir Sicherheit. Wie die Kleine starb, konnte ich mir nicht ansehen, also ließ ich sie in diesem Loch, das ich einige Jahre zuvor durch Zufall entdeckt hatte, zurück. Das nächste Mal als ich dort hin ging, lebte Lizzi nicht mehr. Ich verbrannte also ihre Leiche und lebte wieder mein normales Leben. Zumindest so normal wie möglich. Über 2 Jahre suchten Lizzis Eltern mit Hilfe der Öffentlichkeit nach ihr, doch nie gab es irgendwelche Spuren. Das perfekte Verbrechen, doch es reichte mir nicht. Nach diesen zwei Jahren ging alles wieder von vorne los. Insgesamt waren es 7 Mädchen, in einer Zeitspanne von 10 Jahren. Zum Ende hin wurden die Abstände dann immer geringer, weil ich mich immer weniger unter Kontrolle hatte. Nach Carry, meinem vierten Opfer, suchte ich mir dann einen Job, ob in Kindernähe zu arbeiten. Ich besorgte mir einen Transit und wurde zu einem Geburtstagsclown. Hin und wieder buchten mich auch Frauen um irgendwelche Fetische auszuleben, aber am liebsten waren mir Kindergeburtstage. Der Job war perfekt und vor allem hatte ich so die Möglichkeit mir meine nächsten Opfer auszusuchen. Bis zu diesem einen Tag, als ich Zoe kennenlernte. Die Kleine hatte das gewisse Etwas. Es war ihr 10 Geburtstag, selbst geschminkt hatte sie sich und das verfehlte seine Wirkung nicht. Ich liebte sie, schon in der Sekunde, wie ich sie erblickte. Auch sie war zutraulich, ganz genau wie Lizzi damals und deshalb wusste ich was zu tun war. Nach der Feier wartete ich auf den richtigen Moment um sie mit zu meinem Auto zu nehmen. Sie willigte sofort ein, denn immerhin war ich der Clown auf ihrem Geburtstag, warum sollte sie annehmen, dass ich etwas Böses in mir hatte und es ausleben wollte? Sie ging mit und kaum dass sie in den Wagen gestiegen war, drückte ich ihr ein Tuch mit Chloroform ins Gesicht und schloss die Tür. Sie war „mein“ und niemand konnte sie mir mehr nehmen. Wie bei den anderen Mädchen legte ich sie in kein „Loch“ und ließ sie einige Tage dort. So konnte ich mir sicher sein, dass sie sich nicht wehrt und dass sie vielleicht sogar schon wieder bewusstlos war.


Ich sollte mich täuschen. Zoe war hart im Nehmen und erfreute sich bester Gesundheit. Ich löste also das Schloss der alten Bodenklappe, um zu ihr zu gelangen. Sie war so schön in dem einfallenden Licht. Ihre Augen öffneten und schlossen sich, aber ich war mir sicher, dass sie mich nicht erkennen konnte. „Können Sie mir helfen?“, winselte sie vor sich hin, in der Hoffnung, dass ich gekommen war um ihr zu helfen. Dies steigerte meine Lust auf sie aber umso mehr. „Das hilflose Kind, das um Hilfe bettelte“. Bis ich mich nicht mehr zurück halten konnte. Ich fiel über sie her, wie die vielen Male zuvor und entlud meine Lust. Als ich fertig war, schmiss ich sie zum Sterben zurück in das Loch und ging. Irgendwann wenn sie nicht mehr leben würde, würde ich zurückkommen und ihren kleinen Körper verbrennen. So wie ich es die Male zuvor auch getan hatte. Aus den bisherigen Erfahrungen war mir klar, dass ich die Bodenklappe nicht mehr verschließen brauchte.


Ich war mir sicher, dass sie nicht mehr die Kraft haben würde zu fliehen, aber auch hier sollte ich mich irren. Sie schaffte es aus ihrem Verlies und wurde gefunden. Sie lebte und sie kam wieder zu ihren Eltern. Als ich wieder zum Loch zurück lief und es leer vorfand, geriet ich in Panik. Schnellstmöglich fuhr ich nach Hause um ein paar Sachen zu packen und machte mich sofort auf den Weg. So weit weg wie möglich. Doch ich kam nicht weit. Schon an der nächsten Grenze lief ich einem übereifrigen Polizisten in die Arme und wurde festgenommen. In meiner Wohnung fand man allerhand Kinderpornographische Inhalte. Bilder, Filme und ähnliches. Irgendwie musste ich mich ja ablenken um nicht jedes Kind gleich mitzunehmen. In den Jahren kam so einiges zusammen.

So sitze ich nun hier und gleich wird meine Zelle aufgeschlossen, ich denke kurz danach, werde ich irgendwo aufgeknüpft oder niedergestochen aufgefunden werden.


„Kinderschänder sind in keinem Knast der Welt gerne gesehen“.


Der Polizist Derek Niedermeier, der für den Fall der kleinen Zoe zuständig war, drehte den Zettel in seiner Hand immer wieder um. Hier und da waren Blutspuren zu finden und zerknitterte Stellen zu sehen, aber man konnte alles lesen. Wie zu hoffen war, hatte John seine gerechte Strafe bekommen. Er hatte recht: Kinderschänder waren wirklich in keinem Knast der Welt gern gesehen“ und man konnte ja schließlich nicht rund um die Uhr auf ihn aufpassen. Wieder ein Fall der sich erledigt hatte, aber die kleine Zoe würde ein Leben lang unter den Folgen leiden müssen. John hatte es nun hinter sich, aber Zoe wird immer weiter kämpfen müssen.

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