Das Leben

 

Diese Mal war es einfach anders. Juliette saß traurig auf einer kleinen Mauer und weinte leise vor sich hin. Nicht dass sie alles verloren hatte was sie liebte, nein diesmal war es anders. Sicher verlor sie ihre Familie und ihre Freunde und auch alles andere in ihrem Leben, aber es nahm einfach kein Ende. Sie hatte sich umgebracht, ganz alleine hat sie ihr Leben beendet. Weil sie es satt hatte. Weil sie es Leid war. Und nun? Saß sie immer noch weinend auf ihrer kleinen Mauer. Es sollte vorbei sein. Die Qualen und das Leid, sollten ein Ende haben, doch so war es nicht. Dadurch dass sie gegangen war, hatte sie ein neues Leben bekommen, in einer neuen und für sie unbekannten Welt. Die Gefühle aber und ihre Trauer lagen noch immer genauso groß und genauso schwer auf ihrem Herzen. Sie weinte bitterlich.

 

Einige Meter weiter ein anderes Bild. Stephen lebte schon seit einigen Jahren in dieser Zwischenwelt und hatte angefangen sich zu arrangieren. Auch er hatte sich vor einigen Jahren das Leben genommen, denn alle hier kamen auf diesem Wege her. Hier hatten sie die Chance über ihre Taten nachzudenken und zu lernen dass es auch anders geht. Die Meisten aber blieben für immer, denn eine Einsicht erfolgte nur selten. Stephen aber war anders. Er hatte mit der Zeit gelernt, dass nicht alles immer nur grau war, dass nicht alles immer nur schlecht und traurig war. Er blickte auf das Herz in seiner Hand, der Valentinstag stand kurz bevor, als er ein Schluchzen von Juliette vernahm. Er sah das traurige Mädchen auf ihrer Mauer sitzen und wusste was zu tun war. Langsam ging er auf sie zu, legte ihr sein Herz in die Hände und verschwand. Er hatte seine Lektion gelernt und eine weitere Chance in der realen Welt erhalten.

 

Juliette blickte verwirrt auf das Herz, das in ihren Händen lag und sah sich um. Der Junge der eben noch vor ihr gestanden hatte, war verschwunden. Läge sein Herz nicht in ihren Händen, hätte sie gedacht dass sie nur träumte, aber es war da und verschwand auch nicht wieder. Ganz im Gegenteil. Zu ihrer Überraschung fing es in diesem Moment an zu schlagen. Sie lächelte. Ihre Trauer war verflogen und sie spürte die Liebe, die der Junge in ihr zum Leben erweckt hatte… Es dauerte nicht lange und auch sie bekam noch mal eine zweite Chance in der realen Welt.

 

Kleinigkeiten, eine nette Geste oder ein nettes Wort, können so viel bewirken. Denkt immer daran. Vielleicht habt ihr auch schon das ein oder andere Leben verändert…

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Kommentare: 3
  • #1

    Bibihexal (Mittwoch, 26 Juni 2013 23:24)

    für mich die beste beim Wettbewerb , ich habe geweint beim lesen und sie ist kurz und sagt alles aus,bin froh das du noch was geschrieben hast!!!

  • #2

    Selina Kröger (Donnerstag, 27 Juni 2013 12:41)

    Auch diese ist in ner halben Stunde entstanden. Aber sie kommt von Herzen Kleene. Vielleicht ist es auch genau das was sie ausmacht... Eine der Geschichten in der sehr viel von mir selbst drin steckt...

  • #3

    Bibihexal (Donnerstag, 27 Juni 2013 17:22)

    ja das ist das was ich meine kleene