Geschichte zu diesem Bild:


Der Verlust

 

"Ich werde immer bei dir sein, immer an deiner Seite. Bitte mach dir keine Gedanken, sie werden uns nicht trennen können, ich werde dich nie alleine lassen." Leise weinte Leony weiter in sich hinein.

 

Vor einigen Tagen war die Welt von ihr und ihrem Zwilling Leon noch völlig in Ordnung, heute aber standen sie ganz allein. Ihre Eltern Zue und Elay wollten vor einer Woche mit den Kinder zusammen in einen Freizeitpark fahren. Das Auto war beladen und alle voller Vorfreude, doch kamen sie nicht weit. Das Auto rollte auf die Fahrbahn und sie fuhren weiter in Richtung Autobahn, direkt zu dem Bahnübergang den sie noch vor der Auffahrt passieren mussten. Auf den Gleisen aber schien die Zeit still zu stehen. Das Auto blieb liegen und jegliche Versuche den Motor wieder zu starten schlug fehl. Alles was schief gehen konnte, ging schief. So kam es, dass sich die Anschnallgurte der vorderen Sitze nicht mehr lösen ließen und der Zug schon zu sehen war. Beruhigend redeten Elay und Zue auf die Kinder ein: "Meine Babies, ihr müsst nun tapfer sein. Weint nicht denn alles wird wieder gut. Ihr müsst nun tun was wir sagen. Wir haben euch lieb meine Süßen und nun löst eure Gurte." Die Kleinen taten was ihnen gesagt wurde und lösten ihr Gurte. Tränen rannen ihre kleinen Wangen herunter, als sie die Trauer ihrer Eltern in deren Augen sahen, aber sie verließen das Auto wie es ihre Eltern von ihnen verlangten. Sekunden zogen sich wie Stunden, bis der herannahende Zug mit fast ungebremster Geschwindigkeit in das Auto raste. Weinend standen die Zwillinge am Wegesrand und sahen zu wie ihre Eltern samt Auto in die Höhe geschleudert wurden und etliche Meter weiter auf dem harten Asphalt aufschlugen. Sie hatten keine Chance. Die Rettungswagen kamen und man versuchte alles um zu retten was zu retten war, aber sie hatten keine Möglichkeit. Von einer Minute auf die Andere waren Leon und Leony zu Waisen geworden und ihr junges Leben aufs Tiefste erschüttert.

 

"Ich werde immer bei dir sein, immer an deiner Seite. Bitte mach dir keine Gedanken, sie werden uns nicht trennen können, ich werde dich nie alleine lassen." Leise weinte Leony weiter in sich hinein. Leon aber nahm sie in seine Arme. Sie hatten ihre Eltern verloren, aber sie hatten einander und Leon sollte recht behalten.

 

Das Jugendamt fand nach einigen Tagen Suche die verschollene Zwillingsschwester ihrer Mutter. Zue hatte nie von ihr gesprochen, weil der Schmerz ihres Verlustes zu groß war. Ein Streit ihrer Eltern hatte sie getrennt und Zue hatte ihre Schwester Sarah nie wieder gesehen. Jede Suche nacheinander war vergebens, aber das Jugendamt hatte das Unmögliche möglich gemacht. Sie hatten Sarah gefunden und Leony und Leon ein neues zu Hause geben können.

 

Die Trauer der Kleinen war groß, aber das Wissen zusammen bleiben zu können und bei einer Familie aufzuwachsen die ihre eigene war erleichterte die Situation enorm. Sie konnten ein glückliches Leben führen, mit Menschen die sie liebten, ganz wie ihre Eltern es sich für die Kinder gewünscht hatten.

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Kommentare: 5
  • #1

    Karina/Katzrina (Freitag, 25 Januar 2013 15:07)

    Eine sehr bewegende Geschichte mit einem halbwegs glücklichen Ausgang, mir sitzen die Tränen in den Augen.Gut geschrieben dazu.
    Solche Geschichten gibt es viele,
    ich meine Schicksalageschichten.
    Ganz lieben Gruß v. Karina

  • #2

    Bibihexal (Samstag, 26 Januar 2013 19:23)

    Liebe Kleene, finde sie traurig und mich berührt sie auch sehr,sehr gut gelungen, schade das du ned unter die ersten drei kamst, für mich wahr sie mit eine die mich sehr gefesselt hat beim lesen.
    Drück dich deine Bibi

  • #3

    ~Mymelodie~ (Montag, 04 Februar 2013 16:31)

    Da hat man echt 'nen Kloss im Hals ... und ich hab' mich gerade wirklich gefragt, weshalb man manchmal so down ist ... Ich bin froh, dass ich alle meine Lieben noch habe. Dazu fällt mir ein : Vielleicht sollte ich mal wieder mit meiner Familie telefonieren ?

    Ich danke Dir für den Denkanstoss !

    Liebe Grüsse ;)

  • #4

    Selina Kröger (Dienstag, 05 Februar 2013 11:04)

    Huhu ihr Lieben,

    ich freue mich dass diese Geschichte so gut ankommt. Ihr seid echt lieb :)

    Danke für die lieben Kommis :)

  • #5

    Gunnar (Sonntag, 22 Juni 2014 09:37)

    Traurig...aber solche Dinge passieren eben im Leben. Obwohl man sich manchmal fragt, wo der liebe Hergott denn war, als er dies zuließ....
    Vielleicht hat alles seinen Sinn....auch wenn man manchmal sehr, sehr lange danach suchen muss.