Liebste Rachel,

 

seit Jahren nun schon trage ich diese Last in meinem Herzen, doch heute finde ich endlich den Mut niederzuschreiben, was ich dir schon immer sagen wollte. Schon in der Schulzeit, lernten wir uns kennen, erinnerst du dich? Mit meinen Freunden saß ich auf dem Schulhof und unterhielt mich, als die Neue unserer Stufe auf mich zuging über meine Hose streifte und sagte:


„Chinesen schreiben von links nach rechts, Japaner von oben nach unten“


Sie drehte sich um und verschwand und mich ließ sie stehen mit all meinen Fragen. Verwirrt und nachdenklich. Ich brauchte eine ganze Weile um zu begreifen, was da genau passiert war. Bis ich verstand. Auf meiner Hose waren Japanische Zeichen und du, du wolltest einfach nur mit mir reden. Gleichzeitig aber warst du immer unterkühlt, wenn ich versuchte einen Zugang zu dir zu finden. Meine Leidenschaft für außergewöhnliche Hosen aber, blieb dir im Gedächtnis. So wie du mir. Lange wusste ich nicht, dass auch ich dir im Gedächtnis blieb und dass du auf der Stufe alle nach mir gefragt hast. Es waren schon tolle Zeiten. Ich liebte dich. Weißt du das noch? Alles was ich war, alles was ich sein konnte und sein wollte liebte dich. Auch wenn wir erst wenige Lebensjahre erlebt hatten, wenn wir jung waren und verrückt, war es Liebe die ich über all die Jahre hinweg für dich empfand.

 

Oft hast du versucht mich vor den Kopf zu stoßen, zu vergraulen würde ich glatt weg behaupten, aber umso mehr du mich von dir weg stießt, umso mehr wollte ich bei dir sein und an deiner Seite. Du warst so etwas wie mein schwarzer Engel, der oftmals seine Flügel um mich legte und vor der Außenwelt beschütze und doch trennte uns grade diese Welt voneinander, als es wirklich drauf ankam. Die Liebe die da war, immer wieder und unaufhörlich machte uns wirklich lange das Leben schwer, sogar wenn wir andere Partner hatten, hingen wir unzertrennlich beieinander, auch wenn weder du noch ich es wahr haben wollten.

 

Du warst ein Biest, nicht nur einmal und doch kam ich nicht los von dir. Warum war das so? Selbst heute denke ich noch mit Wehmut an unsere Trennung. Ich war mir so sicher, dass es richtig war. Dass wir richtig waren und doch, hab ich dich auf dem langen Weg meines Lebens verloren. Noch heute blicke ich auf diese Tage zurück, auf die Zeit wo du bei mir sein wolltest und dein Kissen liegt noch immer, nach mittlerweile fast 11 Jahren jede Nacht bei mir. Schon komisch wie gern man sich erinnert, auch wenn nicht alles rosig war. Du fehlst mir. Ich will dass du was weißt, auch wenn jeder von uns eine andere Liebe gefunden hat, trage ich dich in meinem Herzen. Du hast mich zu dem Mann gemacht der ich heute bin, deine Einstellungen, deine Nähe und Liebe hat mir so viel gegeben, dass ich zu einem besseren Menschen wurde. Oft frage ich mich noch heute, ob du wirklich um deinen Einfluss wusstest. Wusstest du es? Wahrscheinlich nicht.

 

Deshalb diese Zeilen. Auch wenn die Zeiten längst vergangen und vielleicht auch vergessen sind, ich trage dich bei mir und ich will dass du das weißt. Dass du weißt wie sehr du mich verändert und geprägt hast und dass du mir heute noch fehlst.

 

In Erinnerung
ein Mann der dich einst liebte

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Kommentare: 3
  • #1

    Bibihexal (Mittwoch, 26 Juni 2013 23:28)

    Wenn ich was von dir lese an Geschichten, dann ist das so das man eben ned aufhören will zu lesen und so ging es mir auch sehr bei dieser Geschichte
    ich mag einfach deine Sachen, verzeih oft fehlen mir auch die rechten Worte weil es ned ermessen kann wie großartig du schreibst !!!
    höre mir nur nie aufzuschreiben bitte

  • #2

    Selina Kröger (Donnerstag, 27 Juni 2013 12:42)

    Hab ich nicht vor Kleene :)

  • #3

    Bibihexal (Donnerstag, 27 Juni 2013 17:23)

    Gut sonst würde ich sehr sehr traurig sein und dich schimpfen zwinker