Jasmine

 

„Warum bist du nur gegangen? Auf meinem Weg hast du mich so viele Jahre begleitet und nun schaue ich mich um und stehe alleine. Alleine ohne dich an meiner Seite. Wo bist du nur? Wo hast du dich versteckt? Ich bin hier und ich warte auf deine Rückkehr, ich bin bereit…“

 

Jasmine war schon als Kind immer sehr beliebt gewesen. Menschen die sie kannten lernten sie auch schnell lieben und so kam es dass sie niemals alleine war. Mit den Jahren verlernte sie ihr eigenständiges Leben und gewöhnte sich daran, nicht alleine zu sein. Stets begleiten von ihren Selbstzweifeln bestritt sie dennoch ihr ganz normales Leben, wenn sie auch den für sie leichtesten Weg wählte um weiter zu kommen. Es gab ja schließlich immer jemanden der sie dabei unterstützen würde. Sie war glücklich. Wenn ihr Leben auch nicht immer einfach gewesen war, schaffte sie es trotzdem immer wieder auf die Beine zu kommen und das Lachen in ihrem Herzen zu bewahren. Das Strahlen ihrer Augen nicht zu verlieren war dabei so selbstverständlich wie das Amen in der Kirche.

 

Sie lernte mit ihnen zu spielen um zu bekommen was sie wollte und das über Jahre hinweg und schaffte es so ein angenehmes Leben zu führen. Doch täuscht man sich, wenn man glaubt dass sie nicht ehrlich war. Jasmin war einer der ehrlichsten Menschen die ich je kennenlernen durfte. Wo andere an ihren Schwächen scheiterten war sie zur Stelle um ihnen beizustehen. Sie sprach dort, wo Worte nicht gerne gesehen waren, für die Menschen, die nicht sprechen konnten und half dort, wo Hilfe dringend nötig war. Gedankt hatte man ihr das nie.

 

Ich erinnere mich daran, dass sie immer lächelte. Egal wie schlecht es ihr selbst auch gegangen sein mag, wenn sie einen Raum betrat ging die Sonne auf und alle um sie herum begannen ebenfalls zu Lächeln. Wisst ihr, sie liebte es andere glücklich zu machen, genauso wie sie liebte unter Menschen zu sein oder Zeit mit Tieren zu verbringen. Sie war einfach ein Mensch den man gerne um sich hatte, den man mochte und auch oft genug liebte. Irgendwann kam dann ein für mich rabenschwarzer Tag, denn sie beschloss etwas in ihrem Leben zu verändern und dies veränderte sie. Sie ließ sich beeinflussen und veränderte ihre Persönlichkeit so weit, bis sie irgendwann verschwand.

 

Sie verschwand. Erst nur für alle anderen und dann am Ende auch für mich. Sie war verschwunden und ich wieder allein. Oftmals blicke ich voller Trauer zurück, so wie in diesem Moment wo ich diese Zeilen schreibe, ich weiß dass sie nicht mehr da ist und auch niemals wieder zurück kommen wird aber dennoch:

 

„Jasmine, wenn du mich hörst, oder meine Gefühle spüren kannst. Ich bin hier und ich warte auf deine Rückkehr. Was war, ist vergangen und die Zukunft wartet auf uns. Du fehlst mir…“

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