Ohne dich

 

Stunde um Stunde sitze ich vor meinem leeren Blatt. Weiß ich doch, dass egal was ich auch zu schreiben versuche, dich mir nicht zurück bringen kann. Die Erinnerungen, sie werden schwächer und vor meinem geistigen Auge habe ich dich auch schon lange nicht mehr gesehen. Ich weiß natürlich, dass auch dies nur ein Teil meiner Erinnerungen und Fantasie ist, aber dennoch, liebte ich die Momente in denen ich dich an meiner Seite wusste. Du fehlst mir an jedem Tag meines Lebens, in jeder Sekunde einer jeden Minute.

 

Auf meinem Lebensweg hast du mich ein Stück begleitet, doch viel zu früh verlor ich dich auf so grausame Art und Weise, dass ich schon am irdischen Sinn zweifelte und einfach nicht begreifen konnte wieso man dich mir wieder nahm. Warst du doch für so kurze Zeit Teil meines Lebens, Teil meines Selbst und Teil meines Seins. Du allein hast mir die Kraft gegeben weiter zu machen, an mich zu glauben und die Zeit die ich auf Erden verweile zu genießen, so als wenn sie morgen schon vorbei wäre. Viel zu oft konnte mir dies nicht gelingen, doch dein Schicksal hielt mir wieder einmal vor Augen, wie schnell alles zu Ende sein kann und wie wichtig es ist in vollen Zügen zu Leben.

 

Wie jeden Morgen öffne ich meine Augen und schaue mich in meinem Zimmer um. Niemand da, nur ich und meine Gedanken. Ich quäle mich wie immer nach gefühlten Stunden aus meinem Bett und ziehe mir meine Trainingshose drüber. Wozu sollte ich mich auch schick machen? Mich sieht ja eh niemand. Die Schlabberklamotten sitzen, also schleppe ich mich in mein Badezimmer, um mir zumindest etwas Wasser ins Gesicht zu schöpfen und die Zähne zu putzen. Noch schnell was Essen, muss ja auch sein und dann. Ja dann, ja was dann? Seit du nicht mehr Teil meines Lebens bist, entgeht mir jeglicher Sinn. Ich lebe zwar noch, aber wirklich gelebt habe ich schon lange nicht mehr. Die Tage ziehen ins Land, immer mit dem selben Ablauf. Aufstehen, essen, fernsehen, essen, schreiben, essen, schlafen. Leben würde ich dies schon lange nicht mehr nennen. Ist es doch gar so, dass selbst der Tod noch interessanter zu sein scheint. Mit deinem Verlust, nahm man mir den Spaß am Leben. Man nahm mir meine Liebe, meine Sehnsucht und alles was mir einst so viel bedeutet hatte. Meine Existenz beruht nun nur noch darauf weiter zu machen. Wie eine Maschine, die Dinge zu tun die notwendig sind und alles weitere außer acht zu lassen. Sicherlich hätte auch ich ein anderes Leben verdient, da bin ich mir sicher. Doch einsam und ohne dich an meiner Seite, ist mir dies nicht möglich. Oftmals suche ich noch nach dir, in der Hoffnung dich vielleicht in einem anderen Menschen oder doch noch in mir wieder zu finden. Die Hoffnung aber schwindet mit jedem Tag mehr, ohne dich an meiner Seite, denn ich weiß:

 

Du warst an meiner Seite, wirklich existiert hast du aber nie.

 

 

 

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