Wer bin ich?

 

 

So viele Werke habe ich schon erschaffen in der kurzen Zeit, die ich bisher auf Erden verweilte. Zeilen der Trauer, aber auch der Freude, Bilder von schönen und schlechten Tagen und doch habe ich nur bedingt dazu beigetragen, dass alles auf Papier zu bringen.

 

Langsam aber sicher geht meine Zeit zu Ende. Zunehmend fühle ich mich leer und ich weiß, dass es nicht mehr lange dauern wird, aber ich habe mein Leben genossen und geliebt. Ich weiß das es kein schöneres gibt als das meine.

 

So viele kreative Köpfe durfte ich erleben, so viel Zeit verbringen mit der Liebe, aber auch mit Intrigen. Kreaturen, die noch nie einer sah durfte ich erschaffen, habe Geschichten beeinflusst und zur Not den Dienst verweigert, wenn etwas nicht so war wie es sollte.

 

Mein Mensch, er kannte mich. Immer wenn es ihm ernst wurde, nahm er mich zur Hand und ließ seiner Kreativität freien Lauf. Er war mein Freund, ist es heute noch und war es all die Jahre. Jetzt wo ich merke, dass mein Ende naht, überkommt mich selbst so etwas wie Trauer, aber ich hatte ein schönes Leben, eine gute Zeit.

 

Ich kann beruhigt gehen, weil ich weiß, dass ich meinen Sinn und Zweck erfüllt habe. Mein Sinn des Lebens war es eben zu geben, alles was ich habe und das habe ich getan. Ich bin leer, mein Leben ist zu Ende. Wer bin ich?


Da bin ich wieder.

 

Man möchte es nicht glauben, aber mein Mensch, er hat mir ein neues Leben geschenkt. Voller Elan, mehr als je zuvor, bin ich nun hier und erschaffe weiter mit ihm seine Ideen. Leider nimmt er mich aber neuerdings immer öfters mit in sein Büro. Die Gedanken dort sind aber immer so stumpf und kalt.

 

Ich muss mit ansehen wie seine Kreativität stetig darunter leidet und auch mein Spaß bleibt auf der Strecke. Ständig diese Zahlen und Statistiken und zu allem Überfluss hat er mich nun auch schon oft verlegt. Einsam lag ich dann im Dunkeln und wartete auf meinen Menschen. In der Hoffnung, dass er mich wiederfindet.Die erste Zeit ging auch immer gut, aber dann…

 

Einer seiner Kollegen sah mich am Boden liegen und half mir auf. Sanft nahm er mich an seine Brust. Schon lange fühlte ich mich nicht mehr so sicher. Dort blieb ich auch den ganzen Tag, bis er mich am Abend mit nach Hause nahm. Er gab mir ein neues Heim, ließ mich mit den Kindern spielen, mit seiner Frau Gedichte erstellen und selbst erschufen wir zusammen ein neues Kinderbuch.

 

Wir waren ein tolles Team und meine Zeit auf Erden wurde wieder so schön wie früher. Der Geist der Kreativität hatte mich wieder und endlich konnte ich das machen wozu ich gut war: Alles zu geben, was ich hatte.

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Kommentare: 1
  • #1

    Bibihexal (Donnerstag, 20 Dezember 2012 18:46)

    Wer bin ich, diese Frage hat sich wohl jeder schon mal gestellt, also ich schon, in ner Geschichte oder Gedicht.Doch du schreibst hier, über einen Gegenstand Füller(Stift) und wie gigantisch gut und du beschreibst das mit Liebe und Detail und dein ende geht mir nahe, ich liebe es so wie es geschrieben ist.