Maxim - Meine Soldaten

 

Meine Art der Dinge

 

„Du kannst die Situationen und die Menschen nicht ändern, denn du bist es die sich ändern muss. Du musst die Sicht auf die Dinge verändern und dich mit den Gegebenheiten arrangieren“

 

„Aber was mache ich wenn ich das nicht kann? Was wenn die Gefühle, die Wut und der Schmerz wiederkommen? Wenn sie da sind und mich in die Knie zwingen?“

 

„Dann musst du lernen damit umzugehen, die Gefühle anzunehmen und als Teil deines Ichs zu akzeptieren.“

 

Schweigend drehe ich mich in Richtung Tür. Am liebsten würde ich losstürmen. Rennen soweit ich kann und nie wieder zurückblicken, doch die Vernunft sie hält mich zurück. Wie immer wenn meine Gefühlswelt in Trümmern liegt. Was ich nun mache? Ich bau eine Mauer und sprenge die Brücken. Werde verschließen, was einst für dich so offen und leicht zu erreichen war. Denn was hat es mir gebracht, dass ich dich an mich heran gelassen habe? Was brachte es, dass du um mich und meine Welt weißt? Nichts, außer das wissen alleine zu stehen und dass ich dich in meiner Welt nicht brauche.

 

Der Weg ist nicht steiniger geworden und auch das Laufen fällt mir nicht schwerer. Du bist weg, aber ich mache weiter wo ich aufgehört habe. Das Leben bleibt nicht stehen, nur weil du nicht mit mir zusammen gehst und ich habe mir etwas vorgemacht, wenn ich glaubte, dass es ohne dich nicht ginge. Ich brauche dich nicht, brauche niemanden. Ich alleine bin das, was wichtig ist. Doch ich brauch nur einen Verräter, eine undichte Stelle, einen winzigen Stein für eine gewaltige Welle, ein Funken im Zunder und alles steht wieder in Flammen. Die ganze Fassade klappt wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

 

Für diesen einen kurzen Augenblick, könntest du sehen wie es wirklich um mich steht. Du würdest wissen was hinter den Fassaden vor sich geht. Doch so schnell er gekommen ist, der Moment in dem alles fällt, so schnell geht er wieder und nichts ist mehr zu sehen, von mir und meiner Welt. Aufs Neue baue ich meine Mauern und sprenge die Brücken , weil jeder Gedanke an dich mich in die Knie zwingt. Ich versuche zu vergessen, versuche es zu verstehen, aber egal was ich auch mache, nichts ändert was an meinem Gefühl.

 

Es gibt diese Momente, diese Worte oder Lieder und in der nächsten Sekunde stehe ich dort, wo ich schon vor Monaten nicht stehen wollte. Warum das so ist, kann ich beim besten Willen nicht verstehen, aber das ändert nichts daran, dass ich fast daran zerbreche. Die Zeit mit dir, ist schon lange nicht mehr Teil meines Lebens und meine Mauern halten die meiste Zeit alles zusammen. In diesen Momenten aber, bröckelt die Fassade, das Kartenhaus bricht in sich zusammen und ich werde begraben unter der Last deines Verlustes.

 

Und immer wenn mein Herz nach dir ruft und das Chaos ausbricht in mir drin, schicke ich meine Soldaten los, um den Widerstand niederzuzwingen. Immer wenn mein Herz nach dir ruft und es brennt in den Straßen in mir drin, befehle ich meiner Armee alles zu tun, um es wieder zum Schweigen zu bringen. Bis es geknebelt, gebrochen ist und weggesperrt und mir endlich gehorcht mein armes Herz.

 

Es dauert dann immer eine Weile, bis alles wieder seinen gewohnten Gang geht und ich weiter machen kann wie vorher. Die Tage werden kürzer, an denen es schmerzt, aber aufhören wird es wohl lange noch nicht. Nur selten trifft man Menschen, die einem tief etwas bedeuten. Deren Gesellschaft man als Teil der eigenen Welt wahrnimmt und für die man seine Zeit nicht „opfert“, sondern lebt. Du aber hast dich anders entschieden und ich muss damit leben. Es bringt nichts der Zeit nachzuweinen und zu warten. Zu warten dass sich etwas ändert, dass sich die Dinge anders entwickeln oder dass du andere Entscheidungen triffst. Es bringt nichts, denn ich kann weder dich noch die Situation ändern. Ich kann nur mich ändern und lernen mit den Dingen umzugehen. Oft werde ich straucheln, so wie ich es immer wieder bin in den letzten Wochen, doch die Zeiten werden kürzer. Und auch wenn es mich noch hier und da zu Boden ringt, weil die Erinnerungen allen Platz einnehmen, baue ich meine Mauern mit jedem Tag schneller… Denn komme was wolle, ich darf die Kontrolle nie wieder verlieren.

 

Es ist wie es ist und es wird bleiben wie es war, weil ich nicht mehr bereit bin dieses Opfer zu bringen. Meine Mauern stehen fest sind verankert in meiner Seele, weil der Weg den ich gegangen bin, gepflastert ist mit meinen Tränen. Sie bieten ein festes Fundament. So kann niemand mehr, auch du nicht, jemals wieder so viel Schaden anrichten.

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